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gift April - Juni 09
DANS.KIAS Studio kurz vor dem Aus? Von Saskia Hölbling

Im Frühjahr 2007 hat DANS.KIAS sein Studio in der Liechtensteinstraße 46 a eröffnet. Mit einer Nutzungsfläche von rund 120 m2 im Souterrain hat DANS.KIAS einen ausgezeichneten Raum für die Kreation von neuen Stücken geschaffen. Neben Sanitäranlagen, einem Aufbewahrungsraum und einer Küche befindet sich im Obergeschoss auch ein kleines Apartment, das schon zahlreiche KünstlerkollegInnen aus dem Ausland benutzt haben.

Durch die knappe Proberaumsituation in Wien wird das Studio seither rege von KollegInnen aus der freien Szene angefragt und zu fairen Preisen an sie vermietet. Unter den MieterInnen waren aber auch Häuser wie das TQW oder brut.

Mit dem Startschuss der Artist in Residency-Reihe im Sommer 2007 begann DANS.KIAS, junge KünstlerInnen und ChoreografInnen zu unterstützen, indem ihnen die gesamte Infrastruktur kostenlos zu Verfügung gestellt wurde. Außerdem hatten sie auch die Möglichkeit, ihre Stücke im Rahmen eines ersten Showings vor Publikum zu zeigen. Die meisten von ihnen konnten in weiterer Folge ihre im DANS.KIAS Studio erarbeiteten Stücke erfolgreich im In- und Ausland präsentieren.

Alle diese Aktivitäten waren möglich durch die Vergabe der 4-Jahresförderung von September 2005 bis September 2009. Nicht zuletzt war eine Bedingung für die Vergabe dieser Förderung, solche Infrastrukturen zu schaffen. Nachdem DANS.KIAS keine weitere Konzeptförderung erhalten hat, ist es für die Company in Zukunft finanziell nicht mehr möglich, das Studio alleine weiter zu betreiben (rund 20.000 Euro pro Jahr – inkludiert Miete, Strom/Gas und Reinigung). Wenn es nicht gelingt, bis Ende Mai gemeinsam mit anderen KünstlerkollegInnen oder Institutionen den Studiobetrieb aufrecht zu erhalten, wird das Studio nach weniger als zweieinhalb Jahren wieder geschlossen. Damit besteht das Risiko, dass wieder ein Mal ein Proberaum in Wien verloren geht.

Wieweit es politisch sinnvoll ist, anfänglich Starthilfe für die Errichtung neuer Proberäume zu leisten, sie dann aber bald wieder zu entziehen, bleibt mehr als fraglich.
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