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Willkommen in Prekärnten I Dobrodošli v Koroziji
Presseinformation IG KIKK, 4. Mai 2015
„Wir erleben erstmals eine Ausnahmesituation wie diese“ ist den Benachrichtigungsschreiben der Kulturabteilung zu entnehmen, und das trifft tatsächlich zu.
Es trifft aber auch zu, dass die freien Kulturinitiativen und die Kunst­ und Kulturschaffenden im Land, diese Situation nicht herbeigeführt und schon gar nicht zu verantworten haben.
Freie Kulturinitiativen arbeiten zum Gemeinwohl der Bevölkerung, sie sind kulturelle Nahversorger_innen vor allem in den Regionen, sie helfen, der Landflucht entgegenzuwirken und sie machen Kärnten/Koroška internationaler. Sie stellen mit geringen finanziellen Mitteln und viel persönlichem freiwilligen und unfreiwilligen Einsatz ein Maximum an kulturellem Output auf die Beine, der unbedingt erhalten und noch gesteigert werden muss, weil freie Kulturarbeit für die Zukunft des Landes von essentieller gesellschafts-­ und demokratiepolitischer Bedeutung ist.
Kreative Widerstandstage und Aktionen freier Kulturinitiativen und Künstler_innen haben schon in der Vergangenheit bewirkt, dass der überbordenden blauen Vereinnahmungs­- und Einfärbungspraxis kritische Stimmen entgegengesetzt wurden, die außerhalb von Kärnten/Koroška dazu beitrugen, das Land differenzierter zu betrachten und nicht als ganz hoffnungslos abzustempeln.

Derzeit sind die Kassen der Kulturinitiativen leer, und in Zukunft soll der Aderlass weitergehen, um den letzten Euro aus den Ermessensausgaben herauszupressen.
Aber auch schon 15 bis 20% Kürzungen in der freien Kulturszene bedeuten keine Redimensionierung sondern Kahlschlag und das Ende von vielen Kulturinitiativen und Kulturprojekten. Ganz zu schweigen von den neuen Initiativen die voller Hoffnung waren und jetzt das Handtuch werfen müssen, da sie laut Kulturunterabteilung prinzipiell eine Ablehnung bekommen werden.

Nur: Kultur kann nicht aus der Privattasche finanziert oder dieser überantwortet werden. Das käme einer visionslosen Bankrotterklärung des politischen Gestaltungswillen gleich.
Wir richten daher den dringenden Appell an die Kärntner Landesregierung und insbesondere an Kulturreferent Benger, bei der Abwägung der finanziellen Einschnitte, der Kultur die gleiche Priorität einzuräumen, wie sie beispielsweise und selbstverständlich dem Gesundheitsbereich und unerlässlichen öffentlichen Diensten zugestanden werden muss. Jede Maßnahme, die freie Kulturarbeit zum Anhängsel degradiert, würde zu einem kulturellen Braindrain führen, weil vor allem junge Leute – die das Land nicht nur aus demografischen Gründen so dringend braucht – gezwungen wären, ihren Broterwerb außerhalb von Kärnten/Koroška zu suchen.

Weil wir entsprechende Gesetze und Richtlinien vermissen, die das verantwortungslos agierende Finanzsystem samt ihren Akteur_innen in gesellschaftlich verträgliche und notwendige Schranken
weist, richten wir einen zweiten dringenden Appell an die Kärntner Landesregierung und an die Bundesregierung, parallel zum Krisenmanagement entsprechende Maßnahmen zu setzen, damit
den freien Kulturinitiativen – und allen Betroffenen ­ zumindest eine glaubhafte Perspektive gegeben wird, dass sich ein solches Desaster nicht wiederholen kann.


Ohne Kultur hat Kärnten keine Zukunft! Brez kulture Koroška nima prihodnosti!

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