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Kulturpolitische Investition in die Zukunft: Walfischgassen-Förderung für freie Gruppen!
Pressemitteilung der IG Freie Theaterarbeit, 15. Oktober 2014
Anita Ammersfeld hört auf, "wenn es am schönsten ist" und legt das, anfangs ambitioniert ohne Subventionen betriebene, Stadttheater Walfischgasse in die Hände der Wiener Staatsoper, die dort zukünftig Opern für Kinder zeigen möchte.

Eine Lösung, die bei Bund und Stadt Wien laut einem APA-Bericht auf Wohlgefallen stößt: Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny: "Die 300.000 Euro Förderung, welche die Walfischgasse von der Stadt Wien bekam, gehen zurück in den Kulturtopf und werden dann anderen Projekten gewidmet."

Die geplante Umwidmung für andere Projekte ist eine ausgezeichnete Idee von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny.
Derzeit investiert die Stadt Wien innerhalb der Projektförder-Schiene jährlich 2,6 Mio. Euro in die künstlerischen Projekte freier Theater-, Musiktheater-, Tanz- und Performance-Gruppen. Auf den ersten Blick eine großzügige Summe. Aber: Ein Großteil der Künstler und Künstlerinnen arbeiten auch in Wien zu prekären, selbst-ausbeutenden und nicht rechtskonformen Bedingungen. Seit Beginn der Theaterreform fordert die IG Freie Theaterarbeit eine signifikante Erhöhung - namentlich Verdoppelung - der Zuwendungen an freie Gruppen und Projekte. Die freiwerdenden 300.000 Euro könnten ein Schritt dahin sein.
Auch die Spielorte der freien Szene in Wien würden davon profitieren, denn ihre Programmierung beruht zu einem Gutteil auf der Einladung geförderter freier Projekte.

In Wien stieg im letzten Jahrzehnt das Budget für darstellende Kunst signifikant: „Die Gesamtfördersumme der MA 7 stieg von 73 Mio. Euro im Jahr 2004 auf 101 Mio. Euro im Jahr 2010.“.* Der Rahmen für Projekt- und Konzeptförderungen für freie Gruppen ist in diesem Zeitraum aber nicht mit gestiegen, sondern blieb im Gesamtumfang konstant.

Die 300.000 Euro wären eine Sofortmaßnahme für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der frei produzierenden Künstler und Künstlerinnen und gleichzeitig ein deutliches kulturpolitisches Signal von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny wie vom Wiener Gemeinderat, einen Akzent auf das Schaffenspotential zeitgenössischer Künstler_innen jenseits der Institutionalisierung zu setzen. Ein Schritt in die richtige Richtung, dem eine grundlegende Erhöhung des freien, selbstbestimmten künstlerischen Produzierens innerhalb der Projektförderung schnellstmöglich folgen muss.

* NPO-Studie zur Tanz- und Theaterszene Wiens 2012


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