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Die Freie Szene braucht endlich legale und professionelle Arbeitsbedingungen!
Pressemitteilung IG Freie Theaterarbeit, 11. Dezember 2013
1. In Wien stieg im letzten Jahrzehnt das Budget für darstellende Kunst signifikant:„Die Gesamtfördersumme der MA 7 stieg von 73 Mio. Euro im Jahr 2004 auf 101 Mio. Euro im Jahr 2010“.*

2. Es mangelt jedoch am sozialdemokratischen Gespür für Verteilungsgerechtigkeit. „Der Großteil des Zuwachses ging an Großbühnen“ *. Allein die Renovierung des Ronacher kostete einen zweistelligen Millionenbetrag, und die Eröffnung des Theater an der Wien wurde ebenfalls mit Millionen dotiert.

3. Die großen Effekte des mehr an Geld sind jedoch Struktur konservierend und kontraproduktiv zu den Zielen der Theaterreform.

4. Nach zehn Jahren Theaterreform liegt die finanzielle Förderung freier Gruppen im Jahr 2013 unter dem Niveau des Jahres 2001!

5. Trotz der Ergebnisse der von der Stadt Wien beauftragten Studie, trotz diverser Arbeitspapiere, Pressemeldungen Seitens der IGFT und seitens vieler Künstler_innen, weiß der Kulturstadtrat offenbar immer noch nicht, unter welch bedrückenden Bedingungen die große Mehrheit aller Künstlerinnen und Künstler in dieser Stadt leben und arbeiten.

6. Prekariat betrifft auch die Besten unter ihnen.

7. Die sich seit Jahren verschärfende Prekarität, eine auch im Kulturbereich immer weiter aufklaffenden Einkommens-Schere, mit dem Sager „Neidgesellschaft und Jammern auf sehr hohem Niveau“ abzutun, ist eine Realitätsverweigerung, die aus dem Mund eines Kulturstadtrats sachlich schockiert und von einem Sozialdemokraten besonders frustriert.

8. Über die Medien wird das Versprechen einer Beschwichtigungsmillion kommuniziert. Hinter den Kulissen ist jedoch zu hören, dass ein großer Teil für Baukostenzuschüsse und andere Strukturausgaben vorgesehen sind. Damit verschärft sich die Schere zwischen Produktivmitteln und Strukturen weiter, statt zu schrumpfen.

9. Es geht nicht um Beschwichtigungsbeträge, sondern um endlich wirksame Strukturveränderungen, die Wien als Kulturstadt auch in 25 Jahren nachhaltig attraktiv für Künstler_innen wie für Publikum machen.

10. Es ist endlich ein auch budgetär ernst gemeintes Umdenken und eine auch budgetär angemessene Würdigung des freien Sektors wie der (Post) Migrantischen Kultur notwendig.

11. Wir fordern Produktionsbudgets, mit denen Theaterschaffende professionell und in legalen Arbeitsverhältnissen arbeiten und von denen sie leben können, Produktionsbudgets, die an den Richtgagen der IGFT orientiert sind und als ersten Schritt dafür eine Erhöhung der Projektförderung auf 5 Mio. Euro

12. Wir fordern eine strukturelle Reflexion und Umsetzung von Instrumenten für junge Künstler_innen und neue Karriereoptionen im Sektor jenseits eines Ritterns um die Intendanz von Häusern.

13. Wir fordern angemessene Ko-Produktionsbudgets in den Häusern der freien Szene.

14. Unsere Geduld ist am Ende: Diese grundlegenden Strukturveränderungen müssen jetzt geschehen, hier, heute, auf Augenhöhe.


* NPO-Studie zur Tanz- und Theaterszene Wiens 2012

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